9. September 

Die Antwort von gestern hat nichts zu tun mit dem Problem von heute. (Stu B.) 

Als kleine Kinder lernten viele von uns, sich abzukoppeln vom Schmerz, anstatt mit ihm verbunden zu bleiben. Wir sonderten uns ab vom nahen Geschehen um zu überleben. Mit der Zeit ergab es sich dann so: Wir wurden einsam. 

Nachdem wir die Brücke zwischen uns und den anderen buchstäblich eingerissen haben, erkennen wir nun, dass wir festsitzen. Die Absonderung, die dafür gedacht war, jeden von uns fernzuhalten, hält auch jeden davon ab, an uns heranzukommen. 

Wir müssen die Brücke wieder aufbauen. Wir Menschen brauchen – wie Inseln – Wege, um über all das trennende Wasser blicken zu können, um die Hand auszustrecken und eine andere zu berühren. Verbindungen herzustellen ist die einzige Möglichkeit. Wenn wir einander nicht singen und weinen hören, wenn wir uns bei Misserfolgen nicht gegenseitig Trost spenden und die Siege des anderen nicht bejubeln können, lassen wir das Beste aus, was das Leben zu bieten hat. Die einzig wahre Tat findet auf jener Brücke statt, die die Menschheit miteinander verbindet. 

Heute bitte ich meine Höhere Macht um Mut, eine neue Brücke zu bauen.