11. Juli

Ich streite grundsätzlich nicht mit Leuten, deren Meinung ich nicht schätze. (Gibbon)

„Sie verstehen mich nicht“, „Er hört mir nicht zu“, „Sie akzeptiert meinen Standpunkt nicht.“ Wie oft haben wir diese oder ähnliche Sätze schon gesagt! Aber so viel wir auch argumentieren und so überzeugend unsere Argumente auch sind, wir werden die Meinung des anderen nicht ändern können.

Dabei kann es sich auch um unsere Eltern handeln. Aber respektieren wir ihre Meinung oder wollen wir ihre Zustimmung erzwingen? Dasselbe gilt für unseren Chef oder unsere Arbeitskollegen. Doch müssen wir uns überlegen, ob es sich dabei um Menschen handelt, mit denen wir außerhalb der Arbeit befreundet sein wollen. Bevor wir uns in Rage reden, sollten wir uns die betreffend Person näher ansehen.

Respektieren wir sie? Ist uns ihre Meinung wichtig? Ist auch sie daran interessiert, dass es uns gut geht? Manchmal wollen wir die Meinung eines Mitmenschen um jeden Preis ändern, obwohl uns derjenige nie entgegengekommen ist, statt dass wir uns mit jenen unterhalten, die jederzeit für uns da sind. Zu unterscheiden zwischen den Menschen, die für uns da sind, und denen, die es nicht sind, bedeutet auch zu unterscheiden zwischen Ablehnung und Anspannung und zwischen Liebe und Anerkennung.

Mache ich mir das Leben schwer, weil ich die Meinung anderer ändern will? Von nun an werde ich mich nur noch mit Menschen abgeben, deren Meinung ich schätze und auf die Verlass ist.