14. September

Der Glaube ist der Vogel, der das Tageslicht spürt, bevor der Morgen dämmert. (Rabindranath Tagore)

Der Vogel, der singt, lange bevor die Sonne aufgeht, ist voller Zuversicht. Er vertraut darauf, dass bald der Tag anbricht und die Welt wieder zum Leben erwacht. Und wenn dieser Vogel nicht mehr vor Sonnenaufgang singt, dann wissen wir, dass er den Glauben an den Fortbestand der Dinge verloren hat.

Auch wenn um uns herum nur Dunkelheit herrscht, sollten wir singen. Trotz unseres Kummers, unserer Einsamkeit und der Angst müssen wir die Stimme in uns entdecken, die uns helfen wird, an die Veränderungen zu glauben und daran, dass alle Wundenheilen und jeder Schmerz vergeht.

Es heißt, alles im Leben wird wieder gut, und das ist wahr. Darauf können wir uns genauso verlassen wie auf den Sonnenaufgang. Es gibt keinen Tag ohne Licht, und es gibt keine Nacht, die nicht durch das Aufgehen der Sonne beendet wird. Es gibt auch kein Problem, das nicht zu lösen wäre, keine Tränen, die nicht einem Lächeln weichen, und selbst das schwerste Herz wird wieder froh. Heute Abend können wir singen, denn wir haben die Gewissheit, dass die Sonne wieder scheinen wird.

Die Dinge sind nicht so schlimm, sie sie heute Abend aussehen. Ich kann wieder Hoffnung schöpfen, denn im Leben geht alles vorüber.