19. Januar

Und wenn nicht jetzt, wann dann? (Talmud)

Es ist sehr einfach, Dinge aufzuschieben. Manchmal verhalten wir uns wie Scarlet O´Hara in dem Roman "Vom Winde verweht", die stets von einem besseren Leben träumte und sich sagte: "Es gibt immer noch ein Morgen."

Gibt es aber wirklich immer ein Morgen? Wenn wir im Laufe unseres Lebens zu häufig etwas auf morgen verschieben, wird vieles unerledigt und wir selbst werden unvollkommen bleiben.

Wenn aber kein Morgen mehr käme? Wenn uns für all das, was wir vorhaben, noch wenige Stunden blieben? Wir würden uns im Kreise drehen und versuchen, in der kurzen Zeit, die uns noch bliebe, möglichst viel zu erledigen. Da uns heute zeitlich aber keine Grenzen gesetzt sind, glauben wir, noch unendlich viel Zeit vor uns zu haben, und keine Aufgabe und kein Ziel erscheinen uns so wichtig, als dass sie nicht noch hinausgeschoben werden könnten.

Doch wir müssen jetzt handeln und jetzt leben. Solange wir meinen, das Morgen ist uns gewiss, leben wir nur im Hinblick auf dieses Morgen. Und solange wir nicht davon überzeugt sind, dass das Heute das wertvollste Geschenk ist, das wir besitzen, werden wir nie die Gegenwart wirklich leben können.

Wenn wir etwas lernen, erreichen oder an etwas teilhaben wollen, müssen wir mit dem Heute beginnen. Wenn wir jetzt nicht das Beste aus unserem Leben machen, wann wollen wir es dann tun?

Hilf mir, Höhere Macht, dass ich lerne, die Zeit zu nützen. Hilf mir, dass ich die Dinge nicht mehr aufschiebe.