19. Dezember

Woher kommt unser Leid? Es kommt daher, dass wir Angst hatten zu reden. Es wurde in Augenblicken geboren, als sich Dinge in uns aufstauten, über die wir vorzogen zu schweigen. (Gaston Bacheland)

Während wir heranwuchsen, stellten wir fest, dass wir über manche Dinge lieber schwiegen, als sie anderen anzuvertrauen. Wir haben uns lieber schweigend zurückgezogen, als eine Diskussion, einen Streit oder ein Missverständnis zu riskieren. Aber jetzt, als Erwachsene, müssen wir diese Gewohnheit ablegen und die stummen Gefühle, Gedanken, Einfälle und Sorgen zu Wort kommen lassen.

Wir müssen schon deshalb unser Schweigen brechen, weil es sich damit genauso verhält wie mit einem Geschwür. Solange wir es ignorieren, wird es wachsen und uns Schmerzen bereiten. Kämpfen wir aber dagegen an, werden wir davon geheilt.

Dabei werden wir auf eine Menge Dinge stoßen, über die wie gerne gesprochen hätten, es aber unterlassen haben. Damit unser Schweigen nicht noch größer wird, müssen wir endlich den Mut aufbringen zu reden. Es wird sich immer jemand finden, der uns zuhört - unsere Höhere Macht, ein guter Freund, eine Meeting-Gruppe. Aber es liegt an uns, den ersten Schritt zu tun.

Es ist höchste Zeit, dass ich mein inneres Schweigen breche.