2. Mai

Lege deine Worte auf die Waagschale und errichte eine Tür mit Riegel für deinen Mund. (Altes Testament, Apogrypha)

Worte können verletzen und heilen. Rückblickend bereuen wir sicher das eine oder andere Wort, das wir zu jemandem gesagt haben. Vielleicht sehen wir jetzt auch ein, wie verletzend und beleidigend unsere Worte waren. Oder vielleicht erinnern wir uns auch an eine grobe und ungeduldige Bemerkung, mit der wir einen Fremden oder einen Freund bedacht haben. Worte können sehr wirkungsvolle Waffen sein.

In diesem Zusammenhang fällt uns vielleicht auch jemand ein, der zu uns sagte: „Danke, dass du mir das gesagt hast. Damit hast du mir sehr geholfen.“ Vielleicht ist es uns aber auch gelungen, mit unseren Worten jemandem, der unglücklich war, ein Lächeln oder ein Lachen zu entlocken, oder jemanden in seinem Zorn oder in seiner Ungeduld zu beschwichtigen, indem wir ihm ein Gegenargument aufzeigten. Worte können auch sehr heilsam sein.

Redefreiheit bedeutet nicht, dass wir zu jeder Zeit und überall das sagen können, wonach uns gerade der Sinn steht. Der Kommunikation mit anderen muss Verantwortungsbewusstsein zugrunde liegen. Missbräuchliche Worte können unangenehme Auseinandersetzungen nach sich ziehen, zu gespannten Beziehungen und zu Isolation führen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit der Sprache ermöglicht reibungslose Beziehungen und positive Gefühle, Wenn wir uns selbst zuhören, werden wir feststellen, ob unsere Worte eine heilende oder verletzende Wirkung haben.

Meine Worte können verletzen und heilen. Wofür entscheide ich mich?