23. Januar

...die Dunkelheit war bedrückend, denn ich verließ mich ganz auf meine Augen, nichts ahnend, dass mich eine andere Kraft führen könnte (Carlos Castaneda)

Man muss nicht blind sein, um nichts zu sehen. Erinnern wir uns nur, wie lange es dauerte, bis wir unsere Abhängigkeiten "sahen", bis wir endlich aufhörten, uns ständig etwas vorzumachen.

Wir haben aber auch lernen müssen, zu "sehen", was das Programm alles beinhaltet. Auch jetzt, da wir bereit sind, es zu befolgen, sind wir auf dem Weg der Genesung, aber dennoch auf fremde Hilfe angewiesen. Manchmal sträuben wir uns dagegen und meinen, wir müssten auch allein zurechtkommen; doch ausgerechnet dann versagen wir und erleiden eine Niederlage. Vielleicht haben wir auch heute die Hilfe anderer zurückgewiesen, weil wir dachten, wir würden es auch allein schaffen. Wenn wir die Hilfe anderer ablehnen, werden wir immer wieder mit Rückschlägen rechnen müssen. Genauso wie sich der Blinde auf seinen Stock und
seinen Hund verlässt, müssen wir Vertrauen in die Kraft der Gruppe und der Höheren Macht haben, die uns helfen, unseren Weg zu "sehen".

War ich heute blind für die Hand, die sich mir hilfreich entgegenstreckte? Bin ich heute abends bereit, Gott zu bitten, er möge mich sehend machen?