25. Juli

Im Übrigen ist der Gott, zu dem ich gebetet habe, ein Mann. Und er ist wie alle anderen Männer, die ich kenne: unbedeutend, vergesslich und gemein. (Alice Walter: „Beim Schreiben der Farbe Lila“)

Die meisten von uns hätten am liebsten dem Programm den Rücken gekehrt, als sie zum ersten Mal das Wort „Gott“ oder „Höhere Macht“ hörten. Wahrscheinlich haben wir uns unter dem Begriff Gott einen himmlischen Schiedsrichter vorgestellt, der nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ handelt. Doch dann wurde uns durch das Programm klar, dass die Höhere Macht alles sein kann, was wir uns darunter verstellen wollten. Manche von uns konnten sich Gott besser als etwas Angenehmes, zum Beispiel als Gebirgsbach, vorstellen. Andere wiederum zogen es vor, mit dem „unsichtbaren“ Freund Zwiesprache zu halten. Wir lernten, dass jedes Bild, das wir uns von Gott machten, möglich war, solange wir daran glaubten, dass es eine Höhere Macht gibt, die unsere Genesung herbeiführen kann.

Vielen unter uns fällt es vielleicht immer noch schwer, an eine Höhere Macht zu glauben. Wenn wir uns vor Augen halten, dass wir nicht an den negativen Bildern, mit denen wir aufgewachsen sind, festzuhalten brauchen, wird es uns leichter fallen, uns ein Bild von Gott zu machen, das uns besser liegt. Die Höhere Macht kann alles und jeder sein, es kommt nur darauf an, was wir uns darunter vorstellen wollen.

Ich weiß, dass meine Höhere Macht von meiner persönlichen Vorstellung abhängt und nicht von einem religiösen Dogma.