28. Mai

Alles, was mit unseren persönlichen Wünschen in Einklang steht, erscheint uns richtig. Alles, was im Widerspruch dazu steht, versetzt uns in Wut. (André Maurois)

Es war einmal eine Frau, die sich damit brüstete, alles zu erreichen, was sie wollte. Sie steckte sich sogar einen Button an, auf dem stand: „Ich möchte alles – ich möchte das Beste – ich möchte es sofort!“ Die meiste Zeit bekam sie auch, was sie wollte und freute sich darüber. Aber wenn sie einmal nicht bekam, was sie wollte, geriet sie außer sich vor Wut.

Vielleicht sind wir dieser Frau ähnlich. Es ist sicher nicht leicht, weniger zu bekommen, als man erhofft. Die Vorstellung, dass wir das Ziel unserer Wünsche nicht erreichen, kann uns aber ermutigen, so lange um eine Sache zu kämpfen, bis wir sie bekommen.

Wie sähe es aber auf der Welt aus, wenn alle so handelten? Es kann nicht jeder nur nehmen und immer nur bekommen. Und ebenso kann nicht jeder nur in einem fort geben. Einmal zu geben, soll nicht heißen, dass man immer geben muss, genauso wie einmal zu bekommen nicht bedeutet, immer zu bekommen. Wir müssen uns vor Augen halten, dass hier ein Gleichgewicht vorherrscht. Und um dieses zu erreichen, ist es notwendig, einzusehen, dass wir nicht alles haben können, was wir möchten. Und das ist auch richtig so.

Werde ich wütend, wenn ich mein Ziel nicht erreiche? Hilf mir, dass ich lerne, im gleichen Maße zu geben wie ich bekomme.