31. Mai

Die Stimme der Intelligenz ist schwach und leise. Sie wird übertönt vom Gebrüll der Angst und ignoriert von der Stimme des Verlangens. Die Stimme der Schande widerspricht ihr, der Hass unterdrückt sie, die Wut erstickt sie, aber die Unwissenheit lässt sie für immer verstummen. (Karl Menninger)

Die Legende der Sibylle berichtet von einer Frau, die sechzehn Gesichter hatte. Angst und Verwirrung, die sich in vielen Stimmen Gehör verschafften, hinderten sie daran, Entscheidungen zu treffen und sie selbst zu sein. Statt einer Meinung hatte sie sechzehn, bis zu dem Tag, als sie erlöst wurde.

Auch uns ergeht es oft wie dieser Frau. Ein Gewirr von Stimmen in uns sagt uns, was wir tun und was wir lassen sollen, schüchtert uns ein und ängstigt uns.

Aber wir brauchen nicht auf diese Stimmen hören. Wir müssen nur auf die Stimme der Höheren Macht hören. Sie sagt uns, dass wir gut sind und Gutes tun. Außerdem gibt uns das Programm alles, was wir brauchen, um noch besser zu werden. Die Stimme der Höheren Macht wird mit der Zeit immer lauter und kräftiger werden und die anderen Stimmen, die bis jetzt unser Leben bestimmt haben, immer mehr übertönen.

Heute Abend will ich auf die beste Stimme hören – die Stimme der Höheren Macht. Ich werde tun, was sie mir rät und mich von ihr leiten lassen.