6. April

Die beste Mutprobe ist nicht, zu sterben, sondern zu leben. (Vittorio Alfiere)

„Jetzt erst recht!“ ist einer jener Sätze, die uns in einer hoffnungslosen Situation wieder Mut machen. Jene von uns, die in einer Alkoholikerfamilie, mit wenig Zuwendung oder in Armut oder unter anderen Missständen aufgewachsen sind, haben durch ihren Willen, ungeachtet der widrigen Umstände weiter zu leben, großen Mut bewiesen. Und dennoch glauben wir heute hin und wieder, dass es einfacher wäre, zu kapitulieren.

Ist aber nicht schon der Mut allein ein Beweis dafür, dass wir überleben wollen? Wenn wir uns die Lebensgeschichten der Teilnehmer des Programms anhören, müssen wir ihnen allen Mut zuerkennen. Leben heißt wachsen. Um aber wachsen zu können, müssen wir unseren Glauben stärken. Glauben heißt, über uns hinaus die Vollkommenheit des Lebens und unseren Anteil daran zu erkennen. Am Leben teil zu haben heißt, sich mit dem zufrieden zu geben, was man hat und sich um das zu bemühen, was man noch haben möchte. Dabei können wir auf gute Werkzeuge zurückgreifen, die uns das Leben bietet: Hoffnung, Glaube und Vertrauen.

Ich bin dankbar für alles, was ich bis jetzt überlebt habe und was ich noch überleben werde – dank meines Vertrauens und meines Glaubens an eine Höhere Macht.