7. Juni 

Der Verstand ist Platz und Inhalt zugleich. Er kann den Himmel zur Hölle machen und die Hölle zum Himmel. (John Milton) 

Wenn wir die Nachrichten im Radio anhören, erfahren wir von Naturkatastrophen, Hungersnöten, Folter und Blutvergießen. Dabei sitzen wir gemütlich zu Hause, und dennoch beklagen wir uns: „Das Leben behandelt mich ungerecht. Warum geht ausgerechnet bei mir alles schief?“ 

Würden wir uns weniger auf uns selbst konzentrieren und uns dafür die Missstände außerhalb unserer kleinen Welt vor Augen führen, müssten wir erkennen, dass wir uns unsere Hölle nur einbilden. Wenn wir immer nur das sehen, was wir nicht haben oder nicht erreichen können, legen wir damit den Grundstein für ein Mahnmal der Hölle. Nicht-Haben und Nicht-Sein sind die wichtigsten Attribute für uns geworden. 

Doch wir müssen endlich Schluss damit machen, das Negative zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Zweifelsohne gibt es sehr viele Missstände auf dieser Welt und auch viele schlechte Menschen. Und ganz sicher gibt es auch Dinge, die wir nicht haben können oder nie erreichen werden. Deshalb sollten wir aufhören, der Hölle Tribut zu leisten und dafür lieber dem Himmel Anerkennung zollen für all die Dinge, die wir haben können, tun können und ändern können. 

Ich will der Hölle kein Monument errichten, sondern dem Leben ein Denkmal setzen. Das Gebet wird mir heute Abend helfen, das Schöne im Leben zu sehen, nicht das Schlechte.