7. Juli

Wenn man etwas gelernt hat, hat man das Gefühl, als habe man etwas verloren. (Georges Bernard Shaw)

Wir hören aufmerksam zu, wenn Neulinge in einem Meeting bedauern: „Seit ich zu den Meetings gehe, ist mir klar geworden, dass meine Eltern nicht mehr für mich da sind. Sie sind süchtig, und ich kann keine Hilfe von ihnen warten. Ich habe das Gefühl, als hätte ich sie verloren.“ Wir nicken wahrscheinlich zustimmend, weil wir diese Worte auch auf uns beziehen können.

Haben wir nicht auch das Gefühl gehabt, unsere Familie, unsere Freunde oder unsere Bekannten verloren zu haben, als wir begannen, uns mit dem Programm auseinander zu setzen? Als uns unsere Sucht bewusst wurde, sahen wir auch mit einem Mal ein, wie sehr wir bisher auf fremde Hilfe angewiesen waren. Wir erkannten, dass wir nicht die waren, für die wir uns hielten, und es wurde uns klar, dass es auch eine andere Art zu leben gibt.

Wenn eine Schlange sich häutet, muss sie die alte Haut abwerfen, ehe die neue erscheint. Wie Möbel sich mit der Zeit abnützen und unbequem werden, so dass man sie durch neue ersetzen muss, so müssen auch wir alles Alte an uns gegen Neues austauschen. Für jeden Gewinn müssen wir einen Verlust hinnehmen. Anstatt aber heute Abend über unsere Verluste zu klagen, sollten wir uns lieber über das freuen, was wir gewonnen haben.

Ich will dankbar sein für alle Gewinne in meinem Leben. Die Verluste haben mich stärker und erfolgreich gemacht.