9. Mai

Wie oft haben wir jemanden sagen hören: „Warum? Ich habe ihm mein letztes Hemd gegeben, und nun tut er mir das an“, oder „Ich habe ihm meine besten Jahre geschenkt, uns was hat er mir dafür gegeben?“ Wenn wir etwas geben und gleichzeitig eine Gegengabe erwarten, so ist das kein Geben, sondern ein Handel. (Anonym)

Es ist nicht immer leicht, jemandem etwas zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Früher haben wir wahrscheinlich jedem, der Geld, etwas zu essen oder auch Zeit von uns wollte, das Gewünschte gegeben. Wir fühlten uns einfach zum Geben verpflichtet.

Durch das Programm wurde uns klar, dass wir nicht immer nur geben müssen, sondern auch annehmen können. Vielleicht sind wir dann ins Gegenteil verfallen und waren nur mehr darauf bedacht, von niemandem mehr ausgenützt zu werden und wollten gar nichts mehr geben.

Weil wir durch das Programm inzwischen aber gewachsen sind, wird es uns nicht mehr schwer fallen, zu unterscheiden zwischen Menschen, die uns nur ausnützen wollen und denen, die uns wohl gesonnen sind. Wenn wir dazu imstande sind, wird uns das Geben leicht fallen, denn wir wissen, dass es nicht ausgenützt wird.

Jenen, von denen ich weiß, dass sie meine Großzügigkeit nicht ausnützen werden, kann ich getrost geben.