12. Oktober – Der sanfte Umgang mit sich selbst in Zeiten des Kummers

Es kostet Kraft, mit Veränderungen und Verlusten zurechtzukommen. Der Kummer zehrt an uns, manchmal bis an den Rand der Erschöpfung. Manche Menschen haben das Bedürfnis, in dieser Phase der Umwandlung, in dieser Zeit des Leidens, sich zu „verpuppen“.

Wir fühlen uns müder als sonst. Unsere Leistungsfähigkeit ist herabgesetzt. Wir ziehen uns vielleicht in die Geborgenheit unseres Schlafzimmers zurück.

Kummer wiegt schwer. Er kann uns zu Boden drücken.

Es ist in Ordnung, wenn wir in Zeiten der Veränderung und des Leidens Nachsicht mit uns üben. Dabei wollen wir selbstverständlich die Regeln unserer inneren Heilung beibehalten. Aber wir können Rücksicht auf uns nehmen. Wir müssen von uns nicht mehr erwarten, als wir in dieser Zeit leisten können. Wir brauchen von uns nicht einmal so viel zu verlangen, wie es normal wäre und unserer Erwartung entspräche.

Wir brauchen mehr Ruhe, mehr Schlaf, mehr Trost. Wir sind bedürftiger und haben weniger zu geben. Es ist in Ordnung, wenn wir uns und unsere veränderten Bedürfnisse in Zeiten von Kummer, Stress und Erneuerung akzeptieren.

Es ist in Ordnung, wenn wir in Zeiten der Umwandlung einen Kokon um uns spinnen. Wir können uns diesem Prozess hingeben und darauf vertrauen, dass eine neue, aufregende Kraft in uns entsteht.

Es dauert nicht lang, bis uns Flügel wachsen und wir uns in die Lüfte schwingen.

Hilf mir, Gott, in Zeiten des Leidens, der Veränderung und des Verlusts meine veränderten Bedürfnisse anzunehmen.