15. März - Die Opferhaltung aufgeben

»Sehen andere denn nicht, wie sehr ich leide?«; »Begreifen sie nicht, dass ich Hilfe brauche?«; »Macht es ihnen
nichts aus?«

Es geht nicht darum, ob andere etwas selten oder sich um uns kümmern. Es geht darum, ob wir sehen und uns um
uns selbst kümmern. Wenn wir unseren Finger auf andere richten und von ihnen Mitgefühl erwarten, dann deshalb,
weil wir unseren Schmerz noch nicht völlig angenommen haben. Wir haben den Punkt noch nicht erreicht, an dem
wir sorgsam mit uns selbst umgehen. Wir erhoffen uns einen Grad von Bewusstheit bei anderen, den wir selbst
noch nicht nicht erlangt haben.

Es ist unsere Aufgabe, Mitgefühl für uns selbst zu haben. Wenn wir das schaffen, haben wir den ersten Schritt
getan, um unsere Opferhaltung aufzugeben. Wir sind auf dem Weg zur Eigenverantwortung, zur Sorgfalt, die wir
uns selbst entgegenbringen, und zur Veränderung.

Heute werde ich nicht darauf warten, dass andere aufmerksam sind und sich um mich kümmern; ich werde die
Verantwortung tragen, mir meinen Schmerz und meine Probleme bewusst zu machen; ich werde Sorge für mich
selbst tragen.