16. August – Retten wir uns selbst

Märtyrer sind nicht sonderlich beliebt.

Was empfinden wir in Gegenwart von Märtyrern? Schuld, Zorn, Enge, und wir sind darauf bedacht, möglichst schnell das Weite zu suchen.

Viele von uns sind zu der Überzeugung gekommen, dass unsere Wünsche nur dann erfüllt werden, wenn wir uns Entbehrungen auferlegen, nicht sorgsam mit uns selbst umgehen, uns zu Opfern machen lassen und unnötig leiden.

Wir haben jedoch die Aufgabe, unsere Fähigkeiten und unsere Stärken zu erkennen, zu entwickeln und zu nutzen.

Wir haben die Aufgabe, unseren Schmerz und Überdruss zu erkennen und angemessene Schritte dagegen zu unternehmen.

Wir haben außerdem die Aufgabe, unseren Mangel zu erkennen und dafür Sorge zu tragen, dass wir an der Lebensfülle teilhaben. Das beginnt in unserm Innern, wenn wir unsere Ansicht über unseren Selbstwert ändern, wenn wir unseren Mangel beheben und so mit uns umgehen, wie wir es verdienen.

Das Leben ist schwer, wir müssen es nicht noch schwerer machen, indem wir uns vernachlässigen. Durch Leiden wird uns nicht Rum und Ehre zuteil, sondern ausschließlich Leiden. Unser Schmerz wird nicht erst dann aufhören, wenn ein Retter naht, sondern dann, wenn wir Verantwortung für uns selbst übernehmen und unserem Schmerz ein Ende bereiten.

Heute will ich mein eigener Retter sein. Ich höre auf zu warten, bis jemand kommt, der sich um meine Angelegenheiten kümmert und meine Probleme für mich löst.