18. Oktober – Das Regelbuch wegwerfen

Viele von uns glauben, sie brauchten ein Regelbuch, ein Mikroskop und eine Garantie, um das Leben zu meistern. Wir fühlen uns unsicher und verängstigt. Wir wollen genau wissen, was die Zukunft bringt und wie wir handeln sollen.

„Ich habe schreckliche Fehlentscheidungen getroffen, die mich beinahe vernichtet hätten. Das Leben hat mich wirklich erschüttert. Wie kann ich mir selbst vertrauen? Wie kann ich dem Leben und meinen Instinkten vertrauen, nach all dem, was ich erlebt habe?“ fragte eine Frau in unserer Gruppe.

Verständlicherweise fürchten wir, erneuten Schicksalsschlägen ausgesetzt zu sein, wenn wir bedenken, wie es vielen von uns ergangen ist, als sie sich im Abgrund ihrer Co-Abhängigkeit befanden. Wir brauchen keine Angst zu haben. Wir können unserem Selbst, unserem Weg und unserer Intuition Glauben schenken.

Natürlich wollen wir vermeiden, die gleichen Fehler wieder zu begehen. Wir sind nicht mehr dieselben Menschen, die wir gestern oder letztes Jahr waren. Wir haben gelernt, sind gewachsen, haben uns verändert. Wir haben damals getan, was wir tun mussten. Wenn wir einen Fehler gemacht haben, dürfen wir und davon nicht abhalten lassen, zu leben und das Heute ganz zu erleben.

Wir sind zu der Einsicht gekommen, dass wir unsere Erfahrungen – auch unsere Fehler – brauchen, um dorthin zu gelangen, wo wir heute sind. Ist uns eigentlich klar, dass unser Leben sich genauso entfalten musste, wie es dann auch tatsächlich geschehen ist, damit wir uns, unsere Höhere Macht und unsere neue Lebensweise finden konnten? Oder bezeichnen wir manchmal immer noch die Vergangenheit als Fehler?

Wir können unsere Vergangenheit loslassen und jetzt Vertrauen zu uns haben. Wir brauchen uns nicht wegen der eigenen Vergangenheit zu bestrafen. Wir brauchen kein Regelbuch, kein Mikroskop, keine Garantie. Alles, was wir wirklich brauchen, ist ein Spiegel. Wir können in den Spiegel sehen und sagen: „Ich vertraue dir. Egal, was auch geschieht, du kannst auf dich Acht geben. Und alles, was auf dich zukommt, wird gut sein, besser als du glaubst.“

Ab heute höre ich auf, mich an die schmerzlichen Lektionen der Vergangenheit zu klammern. Ich öffne mich den positiven Lektionen, die das Heute und das Morgen für mich bereithalten. Ich vertraue darauf, dass ich jetzt für mich sorgen kann und sorgen werde. Ich vertraue darauf, dass der Plan gut ist, auch wenn ich ihn nicht kenne.