18. September – Gutes geschehen lassen

Früher waren meine Beziehungen schlecht. Im Beruf brachte ich keine Glanzleistungen. Ich war in die Beziehungsmuster meiner nicht intakten Familie verstrickt. Aber wenigstens wusste ich, was ich zu erwarten hatte! – anonym

Ich wünsche mir, dass die zweite Hälfte meines Lebens so gut wird, wie die erste schlecht war. Manchmal fürchte ich, dass das nicht eintrifft. Manchmal fürchte ich, dass es eintreffen könnte.

Das Gute kann uns Angst machen. Veränderung, auch die Veränderung zum Guten, kann erschreckend sein. In gewisser Weise können Veränderungen zum Guten beängstigender sein als schwere Zeiten.

Die Vergangenheit, zumal die Vergangenheit vor dem Beginn unseres Heilungsprozesses, ist uns auf angenehme Weise vertraut geworden. Wir wussten, was wir in unseren Beziehungen zu erwarten hatten. Die Dinge waren vorhersehbar. Es gab immer Wiederholungen des gleichen Musters – bestimmte Verhaltensweisen und Schmerzerfahrungen traten stets nach dem gleichen Schema auf. Es war zwar nicht das, was wir wollten, aber wir wussten wenigstens, was passieren würde.

Das ist anders, wenn wir Verhaltensmuster ändern und den Weg der inneren Heilung beschreiten.

Wir konnten in den meisten Bereichen unseres Lebens ziemlich genaue Vorhersagen treffen: dass einige Beziehungen Schmerz verursachen werden; dass wir Entbehrungen ertragen müssen.

Jedes Jahr war in etwa die Wiederholung des vorangegangenen. Manchmal wurde es ein wenig schlimmer, manchmal ein wenig besser, aber es trat keine wesentliche Änderung ein. Nicht bis zu jenem Zeitpunkt, als wir schließlich in den Heilungsprozess eintraten.

Damit veränderten sich die Dinge. Und je weiter wir in diesem wunderbaren Prozess vorankommen, desto mehr verändern wir uns, desto schneller wechseln unsere Lebensumstände. Wir beginnen, Neuland zu erforschen.

Jetzt verändern sich die Dinge zum Guten. Sie werden immer besser. Allmählich haben wir Erfolg in der Liebe, im Beruf, im Leben. Einen Tag nach dem anderen breitet sich das Gute aus, und das Schlecht weicht aus unserem Leben.

Wir wollen nicht länger Opfer des Lebens sein. Wir haben gelernt, unnötige Krisen und Erschütterungen zu vermeiden.

Das Leben wird gut.

„Wie gehe ich mit dem Guten um?“ fragte eine Frau. „Es ist mühsamer und befremdlicher als der Schmerz und das Unglück.“

„Genauso, wie wir mit schwierigen und leidvollen Erfahrungen umgegangen sind“, entgegnete ich. „Einen Tag nach dem anderen.“

Hilf mir heute, Gott, dass ich mich von meinem Bedürfnis löse, Krisen und Schmerzen anzuziehen. Hilf mir, dass ich mich so rasch wie möglich durch traurige Gefühle und Probleme arbeite. Hilf mir, meine innere Balance in Frieden, Freude und Dankbarkeit zu finden. Hilf mir, ebenso fleißig daran zu arbeiten, das Gute zu akzeptieren, wie ich in der Vergangenheit daran gearbeitet habe, das Schmerzhafte und Schwierige zu akzeptieren.