19. September – Entschuldigungen

Gelegentlich fühlen wir uns mit unseren Handlungsweisen nicht wohl. Das ist menschlich. Darum gibt es die Worte: „Es tut mir leid.“ Sie überbrücken einen Abgrund. Wir müssen sie jedoch nicht sagen, wenn wir nichts falsch gemacht haben. Schamgefühle können uns dazu verleiten, dass wir uns für alles entschuldigen, was wir tun, für jedes Wort, das wir sagen, dafür, dass wir leben und so sind, wie wir sind.

Wir müssen uns nicht entschuldigen, weil wir uns der eigenen Person annehmen, mit Gefühlen umgehen, Grenzen setzen, Spaß haben oder weil wir im Begriff sind, innerlich gesund zu werden.

Wir müssen keine andere Richtung einschlagen, wenn das nicht in unserem Interesse liegt. Doch manchmal bekräftigt eine Entschuldigung andere Gefühle und dient dazu, die Sachverhalte einer Situation oder Beziehung zu klären. Wir sagen: „Es tut mir leid, dass wir diesen Krach hatten. Es tut mir leid, wenn das, was ich tun musste, um meinen Standpunkt zu vertreten, dich verletz hat; so war es nicht gemeint.“

Wenn wir eine Entschuldigung ausgesprochen haben, müssen wir sie nicht ständig wiederholen. Wenn jemand eine nochmalige Entschuldigung zum selben Sachverhalt von uns verlangt, ist das seine Sache wir müssen uns davon nicht beirren lassen.

Wir können lernen, unsere Entschuldigungen ernst zu nehmen, und sollten sie nicht aussprechen, wenn sie keine Gültigkeit besitzen. Wenn wir uns wohl fühlen in unserer Haut, wissen wir, wann wir uns zu entschuldigen haben und wann nicht.

Heute versuche ich, in meinen Entschuldigungen klar und aufrichtig zu sein und dabei Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen, nicht für das der anderen. Hilf mir, Gott, dass ich erkenne, wofür ich mich entschuldigen muss und was nicht in meiner Verantwortung liegt.