2. Oktober – Mit der eigenen Familie zurechtkommen

Es gibt viele Möglichkeiten, um gegenüber der Familie die eigenen Belange zu wahren. Manche Menschen beschließen, die Verbindung zu Familienmitgliedern für einen bestimmten Zeitraum abzubrechen. Manche nehmen sich vor, die Verbindung zu Familienmitgliedern aufrechtzuerhalten und sich andere Verhaltensweisen zuzulegen. Manche entfernen sich eine Zeitlang und kehren langsam und unter anderen Voraussetzungen wieder zurück.

Es gibt kein Patentrezept, wie wir mit den Mitgliedern unserer Familie umgehen sollen. Es liegt bei jedem einzelnen, den für ihn passenden Weg zu wählen.

Neu ist für uns der Gedanke, dass wir die Wahl haben. Wir können die Grenzen setzen, die wir gegenüber Familienmitgliedern setzen müssen. Wir können einen Weg wählen, der für uns richtig ist, ohne uns schuldig oder verpflichtet zu fühlen und ohne von irgendeiner Seite eine unerwünschte Einflussnahme zu dulden.

Unser Ziel ist die liebevolle Loslösung von Familienmitgliedern. Unser Ziel ist es, Sorge zu tragen für uns selbst, uns selbst zu lieben und ein gesundes Leben zu führen – trotz der Dinge, die Familienmitglieder tun oder nicht tun. Wir bestimmen, welche Grenzen oder Entscheidungen hierfür nötig sind.

Es ist in Ordnung, nein zu unserer Familie zu wagen, wenn wir das wünschen. Es ist in Ordnung, ja zu sagen zu unserer Familie, wenn das unserer Vorstellung entspricht. Es ist in Ordnung, sich vorübergehend zurückzuziehen, und es ist in Ordnung, als veränderter Mensch wiederzukehren.

Hilf mir, Gott, den Weg zu gehen, der für mich im Umgang mit meiner Familie der geeignete ist. Hilf mir zu verstehen, dass in diesem Prozess nichts „richtig“ oder „falsch“ ist. Hilf mir, dass ich mich um Vergebung bemühe und mich liebevoll löse. Ich weiß, dass niemals von mir verlangt wird, ich solle zugunsten familiärer Verhältnisse mich selbst vernachlässigen und meine Gesundheit aufs Spiel setzen.