25. September – Frieden schließen mit der Vergangenheit

Selbst Gott kann die Vergangenheit nicht ändern – Agathon

An der Vergangenheit festzuhalten, entweder durch Schuldgefühl, Sehnsucht, Verdrängung oder Ressentiments, ist eine Vergeudung wertvoller Energie – Energie, die darauf verwendet werden kann, das Heute und das Morgen anders zu gestalten.

„Ich lebte in der Vergangenheit“, sagte eine Frau in der Selbsthilfegruppe. „Entweder versuchte ich, sie zu verändern, oder ich ließ mich von ihr beherrschen. Meist geschah beides.

Ich fühle mich ständig schuldig für Dinge, die geschehen waren; Dinge, die ich getan hatte; Dinge, die andere mir angetan hatten – und obwohl ich den meisten Schaden wieder gut gemacht hatte, saßen meine Schuldgefühle sehr tief. Alles war irgendwie mein Fehler. Nie konnte ich einfach loslassen.

Jahrelang hielt ich an meiner Wut fest und redete mir ein, sie sei gerechtfertigt. Vieles verdrängte ich. Manchmal versuchte ich, meine Vergangenheit völlig zu vergessen, hörte jedoch nie wirklich auf, darin herumzustochern; meine Vergangenheit war wie eine dunkle Wolke, die mir überallhin folgte und die ich nicht loszuwerden vermochte. Vermutlich hatte ich Angst, mich davon zu lösen, fürchtete mich vor der Gegenwart, fürchtete mich vor der Zukunft.

Ich bin nun seit Jahren in der Selbsthilfegruppe, und es hat beinahe ebenso viele Jahre gedauert, bis ich die richtige Einstellung zu meiner Vergangenheit finden konnte. Ich begreife, dass ich sie nicht vergessen kann; ich muss mich davon heilen. Ich muss meine Gefühle, die ich immer noch habe – primär meine Wut -, spüren und sie dann loslassen.

Ich muss aufhören, mir selbst die Schuld für schmerzhafte Vorfälle zu geben, und darauf vertrauen, dass alles nach Plan geschah und alles wirklich seine Ordnung hatte und bis heute hat. Ich habe gelernt, nichts mehr zu bedauern, sondern dankbar zu sein.

Wenn ich an die Vergangenheit denke, danke ich Gott für die Erinnerung und meine Heilung. Wenn etwas auftaucht, das Wiedergutmachung erfordert, leiste ich sie und lasse dann die ganze Sache auf sich beruhen. Ich habe gelernt, meine Vergangenheit mit verständnisvollen Augen zu betrachten, und ich vertraue darauf, dass meine Höhere Macht auch in der Vergangenheit alle Dinge in der Hand hatte.

Von einigen der schlimmsten Erfahrungen, die ich gemacht habe, bin ich geheilt worden. Ich habe Frieden mit mir geschlossen, habe begriffen, dass ich fähig bin, anderen Menschen in ihrem Heilungsprozess beiseite zu stehen, weil ich mich von bestimmten Problemen befreit habe. Ich habe erkannt, dass die schlimmsten Dinge dazu beigetragen haben, meinen Charakter zu festigen und einiger meiner subtileren Eigenschaften stärker herauszuarbeiten.

Ich habe gelernt, dankbar zu sein für meine gescheiterten Beziehungen, da sie mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin, und an den Ort geführt haben, an dem ich heute stehe.

Ich habe gelernt zu akzeptieren – ohne Schuld, Wut, Vorwurf oder Scham. Ich habe weiterhin gelernt, die Jahre zu akzeptieren, die ich mit Gefühlen von Schuld, Wut, Scham und Vorwürfen zugebracht habe.“

Wir können über die Vergangenheit nicht gebieten, aber wir können sie transformieren, wenn wir zulassen, davon geheilt zu werden, und sie in Liebe akzeptieren. Ich weiß das, weil ich diese Frau bin, die eben zu Wort kam.

Heute beginne ich, dankbar für meine Vergangenheit zu sein. Ich kann nicht ändern, was geschehen ist, aber ich kann die Vergangenheit umwandeln, indem ich jetzt meine ganze Kraft einsetze, sie zu akzeptieren, mich davon zu heilen und daraus zu lernen.