4. Dezember – Loslassen

„Wie viele Dinge müssen wir loslassen?“ fragte mich ein Freund einmal.

„Ich weiß nicht genau“, antwortete ich, „vielleicht alle.“

Loslassen ist ein spiritueller, emotionaler, mentaler und physischer, mitunter auch ein geheimnisvoller, metaphysischer Prozess, um die Dinge, an die wir uns so sehr klammern, Gott und unserer Bestimmung zu überlassen.

Wir klammern uns nicht mehr an Menschen, Ergebnisse, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse, Sehnsüchte – an nichts mehr. Wir versuchen, unseren inneren Fortschritt nicht mehr zu kontrollieren. Selbstverständlich ist es wichtig, unsere Wünsche zu erkennen und anzunehmen. Genauso wichtig ist es allerdings auch, das Loslassen zu praktizieren.

Loslassen ist die aktive Komponente unseres Glaubens. Mit diesem Verhalten stellen wir es Gott und dem Universum frei, uns das zukommen zu lassen, was uns bestimmt ist.

Loslassen heißt: erkennen, dass wir weder ein Problem lösen noch einen Menschen ändern oder ein gewünschtes Resultat erzielen, wenn wir uns krampfhaft darum bemühen. Das hilft uns nicht. Im Gegenteil, wir sehen ein, dass dieses Festhalten uns oft daran hindert, das zu bekommen, was wir wünschen und benötigen.

Wer sind wir, um sagen zu können, dass die Dinge nicht genau so geschehen, wie sie geschehen müssen?

Im Loslassen liegt eine magische Kraft. Manchmal bekommen wir, was wir wollen, kurz nachdem wir losgelassen haben. Manchmal dauert es länger. Manchmal tritt ein von uns erwünschtes Ergebnis nicht ein. Manchmal ist das Ergebnis besser, als wir es erwartet hätten.

Loslassen befreit uns und stellt eine Verbindung zu unserem Ursprung her.

Loslassen schafft das optimale Klima für bestmögliche Ergebnisse und Lösungen.

Heute will ich mich entspannen. Ich werde das loslassen, was mir den größten Ärger bereitet. Ich vertraue darauf, dass durch dieses Loslassen Dinge in Gang kommen, die den bestmöglichen Verlauf nehmen.