23. August

Dass ein Mensch blind ist, heißt nicht, dass er keine Bilder in sich hat.
Stevie Wonder

Allzu leicht verfallen wir in Selbstmitleid, weil wir irgendeinen Fehler oder Makel haben. Dahinter verbirgt sich unsere Vorstellung von einem "richtigen" Mann: Er soll immer stark, immer attraktiv, immer kompetent, immer selbstbewusst sein und in jedem Fall wissen, was zu tun ist.

Unser persönliches Handicap - sei es, dass wir blind oder auf einem bestimmten Gebiet unbegabt sind - haben wir als Schwäche unserer Männlichkeit empfunden und hielten uns für weniger wertvoll. Sicher ist, dass jeder Mensch Schwachpunkte hat. Manche sind schwerwiegender als andere, manche treten deutlicher zum Vorschein als andere. Jeder Makel hält uns unsere eigene Machtlosigkeit vor Augen. Wir können nur zu wahrer Menschlichkeit heranreifen, wenn wir an unsere eigenen Grenzen stoßen und sie bewusst akzeptieren. Wir werden von einer neuen Kraft erfüllt, wenn wir unsere Machtlosigkeit angenommen haben und ihr in Demut begegnen, anstatt sie in den Griff bekommen zu wollen. Wenn wir unser Selbstmitleid aufgeben und statt dessen bewusst mit unserem Handicap leben, erkennen wir plötzlich unsere Verbundenheit mit all den anderen Menschen, die ihre persönlichen Grenzen angenommen haben.

Heute will ich mein Selbstmitleid aufgeben und für die Dinge dankbar sein, die mich meine Fehler gelehrt haben.