26. Juni

Gott ist nah bei mir - oder vielmehr in mir. Und doch kann es sein, dass ich weit von Gott entfernt bin, weil ich weit von meinem wahren Selbst entfernt bin.
C. E. Rolt

Unsere Beziehung zu Gott und die Beziehung zu uns selbst sind miteinander verwoben. Manchmal fühlen wir uns von uns selbst entfremdet und oberflächlich. Dann ist die Verbindung zu unserem tieferen Ich blockiert, meist durch unsere Angst vor der Auseinandersetzung mit einer schmerzlichen Wahrheit. In solchen Zeiten suchen wir wie Blinde nach irgendeinem Halt und Kontakt und fragen uns vielleicht sogar: "Wo ist Gott?"

Gott ist immer bei uns, aber manchmal stehen wir selbst auf der Vermisstenliste. Die meisten von uns haben eine Vergangenheit, in der sie sich selbst und ihrer Höheren Macht sehr fremd waren. Die ersten Augenblicke unseres spirituellen Erwachens waren wahrscheinlich die, in denen wir erkannten, wie weit wir uns von unserem wahren Selbst entfernt hatten. Diese ehrliche Botschaft, die wir uns selbst zuteil werden ließen, war zwar schmerzhaft, aber durch sie fanden wir wieder zu der Wahrheit, die es uns ermöglichte, Gott zu finden.

Ich brauche nicht zu fragen: "Wo ist Gott?",
denn Gott ist voller Liebe, und er ist immer da.
Ich brauche nur zu fragen: "Wo bin ich?"