28. November

Der Beruf gibt den meisten von uns eine klare Rolle ... Zu Hause mögen wir uns noch so verloren vorkommen, bei der Arbeit wissen wir, wer wir sind und was wir zu tun haben.
Pierre Mornell

Die meisten Männer haben sich sehr gut an ihr Berufsleben angepasst. Die Arbeit mag uns häufig als Schinderei vorkommen, aber sie gibt unserem Leben einen sicheren Rahmen und uns die Möglichkeit, uns selbst zu definieren. Viele von uns sehnen insgeheim den Wochenanfang oder das Ferienende herbei, weil sie dann endlich in ihre klar umrissene Rolle am Arbeitsplatz zurückkehren können. Diese Situation hat jedoch verschiedene Nachteile: Erstens kommen wir uns oft fehl am Platze vor, wenn wir nicht arbeiten und nichts mit uns anzufangen wissen. Zweitens haben wir als Ernährer der Familie häufig versäumt, uns an der Nähe, die unsere Angehörigen untereinander verspüren, zu beteiligen. Manchmal beklagen wir uns sogar, dass wir zu nichts anderem taugen als zum "Brötchenverdienen" ... Natürlich ist ein guter Beruf viel wert. Aber wir sollten auch an den Bereichen arbeiten, in denen unsere Rolle weniger klar definiert ist. In der Familie werden wir die Erfahrung machen, wie wohltuend und heilsam es ist, Zeit mit Frau und Kindern und mit guten Freunden zu verbringen, indem wir zulassen, dass Beziehungen sich entwickeln und vertiefen. Unsere familiären Beziehungen schreiben uns keine Rolle vor und geben uns dadurch die Möglichkeit, menschlich zu sein.

Ich bin dankbar für meine familiären Beziehungen, weil sie mich menschlich machen.