30. Oktober

Was in unserer Welt fehlt, ist ein fundiertes Wissen über das Wesen der Dinge.
Frithjot Schuon

Wir haben eine sehr begrenzte Einsicht in das, was sich in uns vollzieht. In der Regel sind wir praktisch ausgerichtet und versuchen deshalb immer sofort, eine Sache wieder in Ordnung zu bringen, wenn sie nicht perfekt funktioniert.

Um die Welt zu begreifen, denken wir in Kategorien von Ursache und Wirkung, anstatt uns eine ganzheitlichere, mehr symbolische Sichtweise anzueignen.

Dieses Verhalten kann darin zum Ausdruck kommen, dass wir vorschnell andere beschuldigen, wenn etwas schief geht, anstatt ruhig zu überlegen, was dieser Vorfall für uns bedeuten könnte. Wir halten unsere eigene Erfahrung für den Mittelpunkt der Ereignisse und vergessen dabei, dass wir nur ein Glied in der Kette der Generationen sind. Unsere Weltsicht macht uns selbstzufrieden und wiegt uns in scheinbarer Sicherheit.

Es mag gut tun, ein fest gefügtes Weltbild zu haben. Aber wir müssen gerade diese Selbstzufriedenheit aufgeben und auch die beruhigende Gewissheit, wir verstünden die Welt. Um in spirituelle Bereiche vorzudringen, müssen wir die Ungewissheit ertragen können. Spiritualität lehrt uns, dass Fakten nicht ausreichen, um die Welt zu verstehen. Wir gewinnen die Einsicht, dass Liebe - in Form einer liebevollen Beziehung zur gesamten Schöpfung - der eigentliche Sinn des Lebens ist.

Ich bin ein Teil des gesamten Universums. Die Beziehung zu meiner Höheren Macht wird mir den Weg zu tieferem Wissen weisen.