5. März

Gäbe es nicht das wilde Tier in uns, so wären wir kastrierte Engel. Hermann Hesse

Auf keinen Fall dürfen wir die Selbstlosigkeit, die Demut und die Gelassenheit, die unser Programm von uns fordert, mit der Vollkommenheit eines Engels verwechseln!

Wir sind heute lebendiger denn je, weil wir aufgehört haben, uns zu betäuben, uns zu zerstören und aus Scham zu verkriechen.

Wir sind ganz einfach Männer, die in der Lage sind, sich dank ihrer Kraft den Problemen und Anforderungen des Tages zu stellen. Das mag manchmal schwierig sein, weil wir kurzsichtig sind oder falsche Vorstellungen haben. Deshalb besteht unsere Aufgabe darin, immer wieder innerlich Bilanz zu ziehen und weiterhin verantwortlich zu handeln.

Wir sind auf einem spirituellen Weg, der uns volle Männlichkeit verspricht. Wir akzeptieren das wilde Tier in uns, ja, wir heißen es sogar willkommen und freuen uns an ihm. Dieses wilde Tier hat denselben Ursprung wie unsere spirituelle Kraft. Wenn wir es besser kennen lernen, bemerken wir eine gewisse Scheu vor den ungezähmten Anteilen unserer Persönlichkeit. Das Animalische in uns verleiht uns jedoch Lust und Vitalität und lässt uns Energie und Kraft ausströmen.

Unsere Wildheit zeigt sich in der Musik, die wir lieben, im Tanz und in der Bewegung, in unseren Tagträumen und unseren nächtlichen Träumen, in unserer Arbeit und unserem Schweiß, in unseren kleinen Tricks und in unserem Humor.

Ich bin dankbar für das wilde Tier, das in mir lebt.