5. April

Wenn du wütend bist, zähl bis vier. Bist du außer dir vor Wut, fang an zu fluchen!
Mark Twain

Wut und Zorn sind Gefühle, die uns Männer oft verwirren. Manche von uns haben sich als Kind von einem wütenden Erwachsenen immer wieder verletzen und einschüchtern lassen, so dass sie seither jedem Streit aus dem Weg gegangen sind. Es kam auch vor, daß wir entsetzt über uns selbst waren, wenn wir einmal die Beherrschung verloren hatten.

Hinzu kommt, dass wir von klein auf lernen, Aggressivität sei eine männliche Eigenschaft.

Manche von uns haben gelernt, ihre Wut zu verdrängen und nehmen nicht einmal mehr wahr, wenn sie ihnen hochsteigt.
Sie behandeln Ärger und Wut wie ein ungeliebtes Kind: ist es einmal abgelehnt, hat man keine Beziehung mehr zu ihm. Und so taucht unser unterdrückter Ärger unerwartet auf: In Form eines verletzenden Witzes oder einer sarkastischen Bemerkung platzt er in erschreckend destruktiver Weise aus uns heraus. Manche kehren ihre unterdrückte Wut, auch nach innen gegen sich selbst und werden körperlich krank und depressiv. Doch jeder Mensch, der auf dem Weg zur Genesung ist, braucht eine ehrliche Beziehung zu seiner Wut. Wir müssen dieses Gefühl wahrnehmen, wenn es in uns aufsteigt. Es ist gesund, Ärger und Wut zum Ausdruck zu bringen, wenn es in einer direkten, ehrlichen und respektvollen Weise geschieht.

Ich bin dankbar für den Reichtum meines Gefühlslebens. Heute will ich Wut und Ärger wahrnehmen. Ich will sie wie alle anderen Gefühle annehmen, damit ich lerne, mit ihnen umzugehen.